Über Mich

Lange bevor ich meine wunderbare Quarter Horse Stute „Cee Paps Angel“ mein Eigen nennen durfte, und somit das Thema „Hufe“ in meinem Leben sehr präsent wurde, besuchte ich mein erstes Seminar zum Thema „Hufe“ im Jahr 1995.

Der gute Herr Fritz Rödder, Hufschmied der „alten“ Schule und Buchautor von „Ohne Huf – kein Pferd“ und „Gesunder Huf – gesundes Pferd“, war damals mit seinem Wissensschatz der Zeit weit voraus. Seine Behauptungen führte immer wieder zu heftigen Diskussionen unter Hufschmiedekollegen und Reitern, lange bevor es die Flut an Hufpflegern, Huftechniker, Huforthopäden, Hufheilpraktiker und all den anderen Hufbearbeitern, wie sie sich auch immer nennen mögen, gab. Er schrieb eine Widmung in mein Buch: „Liebe Stefanie! Zum Reiten gehört auch das Wissen vom Huf! Ihr Rödder“. Wie Recht er damit hatte!!! Danke, Herr Rödder, dass Sie nicht mit dem Strom geschwommen sind, sondern gegen den Strom, zum Wohle der Pferde. Sie bleiben für mich ein großen Vorbild!

Im Alter von 8 Jahren begann ich regelmäßig mit der Reiterei, zuerst natürlich klassisch/englisch, damals gab es noch kaum einer Alternative. Völlig gefrustet und verängstigt, stieg ich dann 1989 in den Westernsattel um. Dank meiner wunderbaren Pflege- und Reitbeteiligungspferde Flo und Miri fühlte ich mich bald wieder wohl im Sattel.

Dann endlich 1998, der langersehnte Traum vom eigenen Pferd wurde war, und der Alptraum mit den Hufschmieden begann….

Auf meine Frage, ob der Rundum-Beschlag denn notwendig wäre, machte mir bereits der erste Hufschmied unmissverständlich klar, dass Paps ohne Hufeisen nicht existieren könnte. Paps, damals gerade mal 3 Jahre alt, hatte eigentlich schöne unauffällige Hufe. Sie war bereit rundum beschlagen, als ich sie kaufte und für mich war das auch völlig normal. Wie so viele Pferdeleute da draußen, verließ ich mich voll und ganz auf den Hufschmied, mit der Annahme….“er weiß was er tut“…, mein Gott, lag ich da falsch!

Es dauerte nicht lange, da verwandelten sich Paps schöne Hufe in platte, lange und extrem flache Hufe, ohne Trachten. Sie lief quasi auf den Ballen. Das war die Zeit, wo ich anfing über Hufe und Hufbeschlag nachzudenken und mich zu belesen. Noch hatte ich den Glauben an das Können der Hufschmiede nicht verloren. Schließlich hatte man mir „eingeimpft“, dass mein Pferd ohne Eisen nicht existieren könnte. Alternativbeschläge oder gar Hufschuhe kannte ich noch gar nicht und waren zur damaligen Zeit auch noch absolute „Exoten“.

Das Drama nahm über Jahre hinweg seinen Lauf. Die sehr flachen, langen Hufe verwandelten sich durch das Aufnageln zu kleiner Hufeisen zu Zwanghufe mit atrophierten Strählen und stark hochgestauchten Ballen. Es folgten mehrere Wechsel des Hufschmiedes.

Es kam was kommen musste, Paps fing an zu lahmen. Meine Bemühungen Tierarzt und Hufschmied zur gemeinsamen Arbeit bzw. Problemfindung und -lösung zu überzeugen, endete mit einem Drama auf dem Hof. Die Ehre des Schmiedes war verletzt. Weitere Hufschmiedewechsel folgten.

Mittlerweile hatte ich Albträume vor dem nächsten Hufschmiedetermin. Wenn ich Paps mal wieder stocklahm nach dem Beschlagen wegführte, bekam ich lediglich die pampige Antwort:….“das ist halt so!“ Immer war mein Pferd schuld. Mir blutete das Herz, mein Pferd so Leiden zu sehen. Das Gefühl der völligen Hilflosigkeit machte mich fertig.

Es wurde zur Normalität, dass Paps innerhalb einer Beschlagsperiode vielleicht 1 bis max. 2 Wochen lahmfrei lief, den Rest der Zeit war sie unreitbar. Auch die Tierärztin war mittlerweile mit ihrem Latein am Ende. Die Röntgenbilder waren ohne Befund.

So kam der Tag als ich beschloss Paps in einer renommierten Pferdeklinik untersuche zu lassen, in der Hoffnung endlich den Grund der Lahmheit zu finden. Zu diesem Zeitpunkt lief Paps bereits barhuf (na ja, sie versuchte es zumindest), aber nicht etwa weil wir das wollten, sondern weil mittlerweile an ein Aufnageln eines Beschlages gar nicht mehr zu denken war. Die Hufwände waren in einem schlimmen Zustand, durch die vielen Nagellöcher weg gebrochen und mit Fäule unterwandert.

Das Drama in der Pferdklinik nahm seinen Lauf….zuerst wurde Paps von Kopf bis Fuß geröntgt und weil man mit verzweifelten Pferdebesitzer gutes Geld verdienen kann, folgte eine Szintigraphie und schließlich die Computertomographie. Die

Diagnose lautete letztendlich: Vorne rechts Stahlbeinzyste zur tiefen Beugesehne.

Kurz und schmerzlos wurde mir das Todesurteil von Paps ausgesprochen:….“wollen Sie sie gleich da lassen ?!“ Es dauerte einen Moment bis ich überhaupt kapierte, was der Klinikchef damit meinte. Ich ging nach draußen und heulte eine halbe Stunde lang Rotz und Wasser. Ich musste erst einmal meine wirren Gedanken sortieren. Gott sei Dank hatte ich damals meine Sinne beieinander. Ich lud Paps auf den Hänger und fuhr mit ihr nach Hause. Einschläfern war zu dem Zeitpunkt keine Option für mich.

Um die lange Geschichte etwas abzukürzen, Paps bekam eine längere Auszeit, über mehrere Jahre auf einem Gnadenbrothof mit täglichem Koppelgang, und durfte einfach nur Pferd sein.

Ich nahm mir ebenfalls eine Auszeit und ging für zwei Jahre nach Kanada. Als ich zurückkehrte, stand für mich der Entschluss fest, nicht in meinen vorherigen Beruf als Speditionskauffrau zurückzukehren, sondern endlich was mit Tieren zu machen, was eigentlich schon mein Kindheitswunsch war.

Selbst als ich im Ausland war, nahm das Drama „Hufschmied“, meinerseits unwissentlich, seinen Lauf. So kam der Tag, wo ich mir schwor, dass mein Pferd nie wieder einen Beschlag bekommt, so lange sie noch lebt. Somit entschloss ich mich, die Ausbildung zur Hufpflegerin zu machen. Zuerst mit dem Gedanken, es nur für mein Pferd zu erlernen. Doch wie das manchmal so im Leben ist….aus der Not heraus, fand ich meine Berufung und die Hufpflege wurde ganz schnell ein Selbstläufer und meine Passion.

Paps Hufe erholten sich übrigens zusehends, auch wenn es ein „langer, steiniger Weg“ war bis die über Jahre entstandenen Schäden rehabilitiert waren und sie komfortabel barhuf laufen konnte. Die Lahmheiten verschwanden und sie wurde wieder reitbar. Dank Hufschuhe durften wir noch viele schöne Ausritte und Jahre miteinander erleben.

Danke Paps, für all die schönen Dinge, die wir miteinander erleben durften.

Dir verdanke ich so viel ! Leider musstest du viel zu früh gehen.

Du bist immer in meinem Herzen !!!